Sven Krug Quartett

Sven Krug (b), Werner Kiefer (sax), Ursel Schlicht (p), Tobias Schulte (dr)

Die Band um den Kontrabassisten Sven Krug gibt es seit 2013; in der aktuellen Besetzung spielt sie seit Ende 2016.

Musikalisch ist die Band, die ausschließlich Kompositionen von Sven Krug spielt, zwischen Tradition und Moderne einzuordnen, engeren Klassifikationen steht der Komponist ablehnend gegenüber. Er bezeichnet seine Musik lieber als „Komponierte Improvisation“. Oberstes Gebot beim Komponieren ist für ihn, die besonderen Fähigkeiten der einzelnen Musiker zur Geltung zu bringen, ihnen eine eigene Stimme zu geben. Wie seine Vorbilder Duke Ellington und Charles Mingus versteht er die Arbeit mit der Band als gegenseitiges Geben und Nehmen. „Diese Band ist ein Geschenk“, sagt der junge Komponist und würdigt ausdrücklich die sehr verschiedenen Begabungen und langjährigen Erfahrungen seiner Mitspieler: Werner Kiefer kann musikalische Phrasen erfindungsreich gestalten, Ursel Schlicht vermag abstrakte Ideen musikalisch umzusetzen und Tobias Schulte ist keine asymmetrische Taktfolge zu schwer.

Sven Krugs Kompositionen für kleine und mittlere Besetzungen folgen keinem bestimmten Schema; mal hält er sich an die traditionelle AABA-Form, mal gibt er ein Thema vor, aus dem Motive frei herausgearbeitet werden können – hier dient Ornette Coleman als Vorbild -, Form, Taktart oder Bassfiguren sind weitere Gestaltungselemente. Die Solos werden teilweise als Vorgaben durch Akkordsymbole notiert oder mit einer musikalischen Anweisung grafisch skizziert. Dann kommt die Band ins Spiel: Die Musiker greifen die Vorgaben auf, entwickeln sie weiter. Dabei ist jeder Instrumentalist gleichberechtigt. Eine schlechte Komposition ist für Sven Krug eine, mit der die Musiker nichts anfangen können. Das war bisher noch nicht der Fall. In diesem Quartett haben offenbar die richtigen Musiker zusammengefunden.

Ein Projekt für die nahe Zukunft ist die Einspielung einer CD; außerdem möchte Sven Krug mit der Band einmal auf Tour gehen. Im Vordergrund steht für ihn jedoch die künstlerische Arbeit, die er zusammen mit anderen Musikern weiterentwickeln möchte.

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Foto: Gabriele Nielsen